Ich wurde zu folgendem Gedankenexperiment durch eine Star-Trek Folge angeregt.

In der Folge verliebt sich Commander Riker in eine Angehörige eines androgynen Volkes, bei dem es kein männlich oder weiblich gibt.

Die Person fühlt sich selbst aber seit Geburt als weiblich, was auf dieser Welt aber unter Strafe verboten ist. Sie wird daher später zu einer Zwangs-Konversionstherapie verurteilt.

Stellen wir uns nun vor wir leben auf einer Welt, wo Trans* die Normalität darstellt. Stellen Sie sich weiter vor, Sie sind nicht Trans* und müssen nun einen neuen Personalausweis beantragen, wozu Sie vorher zwei Gutachten einholen müssen, ob ihr gefühltes Geschlecht auch weiterhin dem Ihnen zugewiesenen Geschlecht entspricht. (Personenstandsbeibehaltung)

Dazu müssen Sie folgenden Fragebogen beantworten und zwei persönliche Begutachtungen über sich ergehen lassen:

 

Düsseldorfer Fragebogen zur Cis-Identität

( Dieser Fragebogen wurde mir in der „Trans“ Fassung zur Beantwortung gegeben. Die Originaltexte sind, sofern abweichend, in Klammern beigefügt.)

1. Wann haben Sie zum erstmals an die ihnen bei Geburt zugewiesenen geschlechtlichen Identität geglaubt? (Wann haben Sie erstmals an Ihrer geschlechtlichen Identität gezweifelt?)

2. Mit welchem Geschlecht haben Sie sich vor der Pubertät besser verstanden?

3. Wie ist Ihre sexuelle Orientierung?

4. Wie erleben Sie Ihren nackten Körper?

5. Haben Sie sexuelle Übergriffe erdulden müssen?

6. Wie beurteilen Sie das Verhältnis Ihrer männlichen und weiblichen Anteile zueinander?

7. Wann hatten Sie erstmals sexuelle Kontakte und mit welchem Geschlecht?

8. Welchen Stellenwert hat Sexualität für Sie?

9. Wie gestaltet sich Ihr Verbleiben in Ihrer zugewiesenen sozialen Rolle? (Wie gestaltet Sich der soziale Rollenwechsel?)

10. Was für einen Einfluss könnte das Verbleiben in der Ihnen zugewiesenen sozialen Rolle auf Ihren sozialen Status haben und auf Ihre berufliche Zukunft? Wie schätzen Sie diese ein? (Was für einen Einfluss könnte der Rollenwechsel auf ihren sozialen Status haben und ihre berufliche Zukunft? Wie schätzen Sie den vollzogenen Rollenwechsel ein?)

11. Wie schätzen Sie Ihre derzeitige Lebensqualität ein?

12. Wird das Nichtdurchführen von Veränderungen an Ihrem Körper auch einen positiven Einfluss auf Ihre psychische Stabilität haben und können Sie dadurch evtl. vorhandene Ängste minimieren? (Wird die Geschlechtsangleichung auch einen positiven Einfluss auf Ihre psychische Stabilität haben und können Sie dadurch evtl. vorhandene Ängste minimieren?)

13. Wie schätzen Sie Ihre Wirkung – Mimik. Gestik, Bewegungen – auf Ihre Mitmenschen ein?

14. Sind Sie überzeugt, dass der eingeschlagene Weg der Geschlechtsbeibehaltung/Personenstandsbeibehaltung (Geschlechtsumwandlung/Personenstandsänderung) der Richtige ist?

15. Können Sie sich einen Lebensstil vorstellen, bei dem Sie durch Kleidung und Aussehen nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können?

16. Können Sie sich vorstellen, dass eine Psychotherapie die Annahme Ihres Körpers mit gegengeschlechtlichen primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen / Personenstand / gegengeschlechtlicher Vorname (jetzt noch vorhandenen primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen / Personenstand / Vornamen) erleichtern würde?

Dazu kommen je nach Gutachter folgende Punkte:

Der Gutachter achtet darauf wie Sie in die Praxis kommen, also Kleidung, Make, Up, etc.

Er achtet darauf, wie Sie sich bewegen, welche Mimik etc.

Es erfolgen teilweise Fragen nach, in Einzelfällen auch „Besichtigungen“ der, Art der Unterwäsche, der Grösse Ihrer Brüste oder Hoden.

Beantworten Sie die Fragen nicht oder entsprechen Sie in Ihrem Aussehen, Auftreten nicht dem Bild, dass der Gutachter als typisch für ihr Geschlecht empfindet wird das Gutachten negativ ausfallen und Sie erhalten keinen Ausweis auf Ihr bisheriges Geschlecht sondern einen Ausweis auf das entgegengesetzte Geschlecht mit passendem Vornamen.

Ein Beispiel: Sind Sie eine Frau und kommen im Tshirt und Jeans und ohne MakeUp, so kann es vorkommen, dass Sie nicht dem Frauenbild des Gutachters entsprechen und Ihr Anliegen abgelehnt wird.

Das Verfahren kostet je nach Gutachter zwischen 1000 und 4000 Euro. Sollten Sie sich das nicht leisten können, gleichzeitig aber auch keinen Anspruch auf Gerichtskostenhilfe haben, bekommen Sie automatisch einen gegengeschlechtlichen Vornamen und entsprechende Papiere.

Wie würden Sie sich in so einer Welt fühlen?


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Dina

Ich bin psychologische Beraterin, verheiratet und selbst betroffen. Ich habe meine PAE 2017 durchgeführt, nachdem ich mehrere Jahre schon privat als Frau und seit 2016 auch beruflich als Frau gelebt habe. Zusätzlich zu der Ausbildung zur Psych Beraterin habe ich diverse Kurse über Endokrinologie, S3 Leitlinien, GaOP-Methoden an der Akademie für Urologie absolviert.